09 · OBJEKT · KÖNIGSFRIEDHOF
Standarte von Ur
Krieg und Bankett auf einer Holzkiste
Seine beiden Seiten zeigen Kriegs- und Bankettszenen mit Soldaten, Gefangenen und Musikern.
Museumsdokumentation · öffentlich und kostenlos lesbar, ohne Registrierung.
Generierte Rekonstruktion · Als solche gekennzeichnete visuelle Hypothese
Ausgewiesene visuelle Rekonstruktion zur musealen Kontextualisierung; sie ist weder eine Fotografie des Originals noch ein dokumentarischer Beleg.
Geschichte und Kontext
Die sogenannte Standarte von Ur ist nicht unbedingt eine Standarte: Sie ist eine mit Muschelschale, rotem Kalkstein und Lapislazuli verzierte Holzkiste. Ihre Tafeln stellen einer Konfliktszene eine Bankettszene gegenüber.
Das Objekt zwingt zu einem Maßstabswechsel. Gewalt und Feier sind keine getrennten Episoden, sondern zwei Bildregister derselben sozialen Hierarchie.
Die Kiste wurde zerdrückt aufgefunden; bei ihrer modernen Rekonstruktion wurden Fragmente auf Tafeln neu angeordnet. „Krieg“ und „Frieden“ sind nützliche museale Bezeichnungen, keine antiken Titel und kein Beweis dafür, dass beide Seiten einen moralischen Gegensatz bildeten.
Der Größenunterschied zwischen Figuren drückt Rang aus, während Wagen, Tiere, Gefangene, Musiker und Getränke Gewalt mit der Umverteilung von Ansehen verbinden. Die physische Funktion des Objekts – Klangkasten, Behälter oder etwas anderes – bleibt offen.
Was wir wissen und was wir interpretieren
Dokumentierte Tatsache: Das Stück stammt aus dem Königsfriedhof von Ur und zeigt Mosaike von Krieg und Frieden; seine ursprüngliche Funktion ist unbekannt. Interpretation und Vorsicht: Die Figuren als bestimmten historischen Feldzug oder die größte Person als König zu deuten, sind Vorschläge, keine sicheren Identifizierungen. Dokumentierte Ergänzung: Das Objekt stammt aus Grab PG 779 und bewahrt ein Mosaik aus Muschelschale, Lapislazuli und rotem Kalkstein auf einem ursprünglich hölzernen Kern. Erweiterte Interpretation und Vorsicht: Der Name „Standarte“ und die Funktionszuweisung sind modern; ebenso wenig sind die Identität der größten Person oder eine bestimmte Schlacht bekannt.
Katalogdaten
- Erzählzeit
- ca. 2600–2400 v. Chr.
- Ort
- Ur, Irak
- Material
- Holz, Muschelschale, roter Kalkstein und Lapislazuli
- Kontext
- Elitäres Grabobjekt
- Kuratorische Einordnung
- Die dokumentierte Tatsache und ihre Deutung sind im Belegabschnitt getrennt dargestellt.
- Erhaltung
- Verlorener Holzkern und aus Fragmenten rekonstruiertes Mosaik.
- Zwei Seiten
- Üblicherweise „Krieg“ und „Frieden“ genannt.
- Aufgabe
- Unbekannt.
- Quellenabdeckung
- 2 Quellen aus Museen, Kulturerbe, Primärkorpora oder Forschung für diese Station.
- In dieser Gruppe
- Bilder von Krieg und Bankett. Der Name „Standarte“ beweist nicht, dass die Kiste ein militärisches Feldzeichen war.
EIN GEMEINSAMES THEMA, VERSCHIEDENE ZEITEN
Objekte, die über die Zeit hinweg verbunden sind
Folge einem Thema durch die Sammlungen. Ein gemeinsames Schlagwort ermöglicht den Vergleich von Objekten; es beweist nicht, dass eine Kultur eine andere beeinflusst hat.
Die Reihenfolge richtet sich nach der Mitte jedes ungefähren Datierungsintervalls; die Intervalle können sich überschneiden. Die Abstände entsprechen nicht der verstrichenen Zeit. Wische, scrolle oder nutze die Pfeile. Wenn die Folge fokussiert ist, verwende ← / →, Pos1 oder Ende.
Madera13 piezas fechadas

≈12.000 Jahre BP
Pfeilspitzen
Vorgeschichte
≈12.000 BP mit Bezugsjahr 1950 umgerechnet. Dies ist eine ungefähre Skalenumrechnung zur zeitlichen Einordnung, keine neue Radiokarbonkalibrierung.
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Um 10.000 v. Chr. · Näherungswert; Datierung umstritten
Schigir-Idol
Vorgeschichte
Im Eintrag genannter Näherungswert; Datierung umstritten.
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ca. 3000 v. Chr.
Boote von Abydos
Ägypten
Ungefähre Datierung der Bootsgruppe.
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2600–2400 v. Chr.
Sich überschneidende DatierungenKönigliches Spiel von Ur
Sumer
Ungefähre Datierung laut Eintrag.
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Du siehst geradeca. 2600–2400 v. Chr.
Standarte von Ur
Sumer
Funktion unbekannt; die Szenen beweisen nicht, dass es eine Standarte war.
Aktuelle Karte
1330–1295 v. Chr. · Ende der XVIII. Dynastie
Elle des Maya
Ägypten
Ungefähre Datierung laut Eintrag.
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ca. 1600–1000 v. Chr., in mehreren Phasen
Gesichter aus Holz
Maya
In mehreren Phasen niedergelegtes Ensemble; keine gleichzeitige Herstellung.
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Zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr.
Mazarrón 1
Phönizien
Zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr.
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Zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr.
Mazarrón 2
Phönizien
Datierung des Untergangs und seines Kontexts; die Ladung umfasst mehrere Gegenstände.
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5.–4. Jahrhundert v. Chr.
Bogen und Pfeile in einer Hülle
Skythen und Saken
Typologische Gruppe von Hüllen; keine Datierung eines einzelnen Exemplars.
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ca. 1760
Kuba-Ndop
Bantusprachige Welten
Ungefähre Datierung laut Eintrag.
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19. Jahrhundert
Kora aus dem 19. Jahrhundert
Mandé-Welten
Jahrhundert des erhaltenen Instruments, nicht Ursprung der Musiktradition.
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19.–20. Jahrhundert
Lukasa
Bantusprachige Welten
Zeitraum des katalogisierten Objekts, nicht der Ursprung der Gedächtnistradition.
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Ebenfalls verbunden, ohne vergleichbare Datierung (4)
Diese Objekte werden nicht hinter den übrigen eingeordnet: Eine unbekannte Datierung bedeutet nicht, dass sie jünger sind.
- Aufgeführte ErinnerungBantusprachige Welten · 19.–20. Jahrhundert und überlieferte Praxis
- Reis auf PfählenYayoi · Besonders 1.–3. Jahrhundert n. Chr.
- Rom lernt in TerrakottaEtrusker und Rom · Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr.
- Werkzeuge in BeziehungBatwa / Twa · ca. 1947
Ein genauerer Blick
Lesezeit etwa 1 Min. · Abschnitte: 1. Vertiefender Lesetext und Quellen · kostenlos zugänglich. Dokumentierte redaktionelle Überprüfung: .
Auch die Stirnseiten gehören zur Erzählung
Das Stück ist auf allen vier Seiten verziert: Neben den beiden langen Tafeln bewahrt es Szenen an den dreieckigen Stirnseiten. Die geläufige Bezeichnung lenkt die Aufmerksamkeit auf Krieg und Bankett, doch seine Form verlangte, sich um das Objekt herumzubewegen, um den gesamten Schmuck zu sehen. Auf der Kriegsseite tragen die Wagen einen Lenker und einen weiteren bewaffneten Insassen; die Gefangenen erscheinen nackt, ein bildliches Mittel der Erniedrigung. Diese Details helfen, das Werk als eine Komposition zu lesen, die Machtunterschiede sichtbar machen soll.
- Museum · British Museum · Die Standarte von Ur, 121201Dokumentierter Abruf: .
Standort und Territorium
LOKALISIERTE FUNDSTÄTTE
Ur · IrakMarkierung von Tell el-Muqayyar und seiner Nekropole.Wo es aufbewahrt wird
The British Museum
Objekt oder Ensemble des Eintrags · Dokumentierte Sammlung
Die aufbewahrende Institution ist dokumentiert; die öffentliche Ausstellung kann sich ändern. Prüfe vor einem Besuch die offizielle Objektseite.
Quellen und Referenzen
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